Jetzt wartet die HEIM-EURO!

Im Jänner 2020 geht, zehn Jahre nach der erfolgreichen Heim-Euro 2010, das wohl größte Handballereignis Österreichs über die Bühne: Gemeinsam mit Norwegen und Schweden trägt Österreich die Handball-Europameisterschaft 2020 aus. Gespielt wird, wie auch schon 2010 nicht nur in der Wiener Stadthalle, sondern auch in der Stadthalle Graz.

Während das österreichische Nationalteam unter Coach Ales Pajovic ab 10. Jänner seine Gruppenspiele in der Wiener Stadthalle bestreitet startet die Vorrunde in Graz schon einen Tag früher – mit Titel-Mitfavorit Kroatien als Top-Team. Wir haben unsere beiden Euro-Kandidaten Daniel Dicker und Thomas Eichberger getroffen und mit ihnen über die bevorstehende Heim-Euro und den Verein gesprochen:

Kurze Einblicke auf euch als Person: Wer seid ihr? Wann habt ihr mit dem Handball begonnen? Wo trifft man euch, wenn ihr mal nicht in der Halle steht?

Thomas Eichberger: Ich bin 26 Jahre alt, spiele seit acht Jahren bei der HSG im Tor. Mit dem Handball hab ich erst mit 13 Jahren begonnen. Wenn ich nicht in der Halle bin, dann vermutlich in der Kraftkammern der freien Zeit aber auch gerne zuhause auf meinem Balkon in der Sonne.

Daniel Dicker: Ich bin 25 Jahre alt und seit der vergangenen Saison wieder zurück in Graz. Handball zu spielen habe ich bereits mit fünf Jahren begonnen, mein Papa spielte früher auch Handball und hat mich immer in die Halle mitgenommen. Wenn kein Spiel oder Training in der Halle ansteht, trifft man mich oft in der Stadt beim Kaffee trinken.

Im Jänner gibt es die Heim-Euro. Seid ihr dafür schon fix gesetzt? Welches Ziel habt ihr euch für den Bewerb gesteckt?

Thomas Eichberger: Ich denke, fix gesetzt sind nur wenige im Team. Dazu zähle ich mich allerdings nicht. Mein Ziel ist es aber natürlich, dabei zu sein! Wenn ich das schaffe, möchte ich so viel Spielzeit wie möglich sammeln, gut spielen und mit Österreich in die Hauptrunde kommen.

Daniel Dicker: Da denk ich sehr ähnlich: Gesetzt ist bis jetzt so gut wie kein Spieler. Natürlich möchte ich aber dabei sein und werde dafür mein Bestes geben. Wenn ich das schaffe, dann möchte ich eine gute Europameisterschaft spielen und mit Österreich nach einer guten Vorrunde die Hauptrunde erreichen.

Ihr beide wart ja jetzt schon ein paar Mal mit dem Team unterwegs. Wie darf man sich ein Training, einen Lehrgang oder ein Spiel im Nationalteam vorstellen?

Thomas Eichberger: Viele Unterschiede zum Vereinstraining gibt es nicht. Aber natürlich hat man viel mehr Möglichkeiten. Beispielsweise sind neben dem Cheftrainer, Co-Trainer und Torwarttrainer auch ständig Physiotherapeuten mit dabei, die sich wirklich 24/7 um einen kümmern. Ein Länderspiel ist dann noch einmal etwas ganz anderes: Es ist jedes Mal aufs Neue eine Ehre für sein Land zu spielen. Allein der Augenblick, wenn die Hymne gespielt wird und du am Spielfeld stehst – das sind ganz besondere Momente, die für Gänsehaut sorgen.

Daniel Dicker: Der Ablauf beim Training ist grundsätzlich gleich. Die Leistung beim Training und die Qualität der Spieler ist allerdings etwas besser, was irgendwie klar ist. Ein Lehrgang läuft meistens so ab, dass wir zwei Mal am Tag trainieren. Dazwischen relaxt man, regeneriert oder lässt sich von den Physiotherapeuten behandeln. Und wenn es die Zeit zulässt, gibt´s manchmal Stadtrundgänge und Cafe-Besuche. Bei einem Länderspiel hat man oft ein bisschen mehr Druck als bei einem Meisterschaftsspiel – zum einen, weil man sein Land vertritt, und zum anderen, weil man gegen die Besten der Besten spielt.

„Allein der Augenblick, wenn die Hymne gespielt wird und du am Spielfeld stehst – das sind ganz besondere Momente, die für Gänsehaut sorgen.“

Thomas Eichberger
Foto: GEPA Pictures

Mit Ales Pajovic habt ihr seit März einen Nationalteamtrainer der euch und die spusu Liga Teams gut kennt. Ist das ein Vorteil?

Thomas Eichberger: Klar ist es ein Vorteil Pajo als Trainer zu haben. Er ist ein guter Trainer, kennt viele Spieler gut.

Daniel Dicker: Ganz bestimmt, gerade für uns beide. Pajo kennt uns gut und weiß auch, wie wir spielen können und was wir draufhaben. In der kurzen Zeit bei den Lehrgängen ist das für Spieler oft schwer zu zeigen.

Österreich hat für die Gruppenphase bei der EM mit Nord Mazedonien, Mazedonien, Tschechien und der Ukraine ein machbares Los gezogen. Wie findet ihr diese Gruppe? Wie schätzt ihr die Chancen für das österreichische Nationalteam im Jänner ein?

Thomas Eichberger: Wir hatten Losglück. Jedes Team ist schlagbar, darf aber auch auf keinen Fall unterschätzt werden. Ich denke, wir hätten es schlechter erwischen können. Jetzt müssen wir aber erst einmal abliefern und unsere Leistung bringen. Wenn wir über ein ganzes Spiel das Umsetzen, was wir in den letzten Spielen angedeutet haben, dann ist in dieser Gruppe sehr viel möglich.

Daniel Dicker: Die Gruppe ist machbar, darf aber nicht unterschätzt werden. Unser Ziel ist es, in der Gruppe weiterzukommen. Das wollen wir schaffen. Was dann in der Hauptrunde passiert, werden wir sehen.

„Ich möchte mich im Nationalteam etablieren und dann vielleicht noch den Schritt ins Ausland wagen. Wichtig ist es, einfach das Maximum rauszuholen.“

Daniel Dicker

Was sind eure persönlichen sportlichen Ziele für die heurige Saison?

Thomas Eichberger: Ich habe mir vorgenommen meine Performance im Tor im Vergleich zur letzten Saison weiter zu steigern und weiterhin auf mich aufmerksam machen.

Daniel Dicker: Persönlich möchte ich eine gute und verletzungsfreie Saison spielen und im Jänner bei der Heim-Euro mit dabei sein.

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Gibt’s ein Spieltags-Ritual ohne das ihr in kein Spiel startet?

Thomas Eichberger: Ich habe kein Spieltags-Ritual, aber Spieltagssocken. Wenn´s zum Spiel geht, muss ich immer meine rosa Socken anhaben.

Daniel Dicker: Bei mit gibt’s kein Spieltags- Ritual. Aber ich habe ein paar Kleinigkeiten, die ich an einem Spieltag immer gleich mache. Auch beim Aufwärmen mach ich viele Dinge immer gleich – aber als Ritual würde ich das jetzt nicht unbedingt beschreiben.

Besondere Musikwünsche, die in der Kabine oder beim Aufwärmen auf keinen Fall fehlen dürfen?

Thomas Eichberger: Hab ich keine, das macht unser DJ Boro schon ganz gut – meistens!

Daniel Dicker: Es ist einfach nur wichtig, dass Musik gespielt wird, halbwegs gute Musik, dass die Stimmung ein bisschen da ist und dann passt das schon.

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Wer darf bei einem Heimspiel auf der Tribüne auf keinen Fall fehlen?

Thomas Eichberger: Mein Vater und meine Freundin.

Daniel Dicker: Um ehrlich zu sein, gibt´s niemanden, der immer dabei sein muss. Aus meiner Zeit in Hard weiß ich, wie es ist, wenn nicht immer die Familie dabei ist. Aber natürlich freue ich mich sehr, wenn meine Eltern und meine Schwester zuschauen.

Was möchtet ihr persönlich noch im Handball erreichen?

Thomas Eichberger: Kurzfristiges Ziel ist einmal die Heim-Euro im Jänner. Danach möchte ich eine so gut wie mögliche Karriere hinlegen, sei es im Ausland oder hier bei der HSG. Mal schauen, was sich ergibt.

Daniel Dicker: Ich möchte mich im Nationalteam etablieren und dann vielleicht noch den Schritt ins Ausland wagen. Wichtig ist es, einfach das Maximum rauszuholen.

Finalspiele

Die Finalspiele werden von 24. bis 26. Jänner in Stockholm ausgetragen. Tickets sind über die offizielle Website der EURO 2020, über die Homepage des Österreichischen Handballbundes und über Ö-Ticket erhältlich.

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