WM-Check: Was Österreich erwartet

Heute Vormittag ging es für Österreichs Herren Nationalteam zur Handballweltmeisterschaft nach Ägypten. Bereits am Donnerstag trifft man dort im ersten Spiel auf die USA, im zwei Tages-Takt trifft man in der Vorrunde E zu dem auf Frankreich und Norwegen. Wir nehmen Österreichs-Gegner unter die Lupe:

USA

Foto: http://www.ihf.info

Die große Unbekannte in Österreichs-Vorunden Gruppe ist die USA.  Ganze 20 Jahre mussten die Amerikaner auf eine erneute Teilnahme bei der Weltmeisterschaft warten. Da in Nordamerika kein Qualifikationsturnier ausgetragen werden konnte, wurde das Team von der IHF für die WM nominiert. Seid dem Debüt 1964 konnte noch nie ein Spiel bei einer Weltmeisterschaft gewonnen werden.

Blickt man auf den Kader findet man viele unbekannte Namen, viele von ihnen laufen allerdings bereits im europäischen Handball auf. Rechtsaußen Ty Reed wechselte beispielsweise zum Champions-League-Club SG Flensburg Handewitt und der 2,02 m große Drew Donlin spielt bei Ademar Leon in Spanien.

Als Trainer angelte man sich 2018 den ehemaligen schwedischen Nationalteamspieler Robert Hedin, der von 2015 bis 2017 Bregenz Handball trainierte und neben dem Nationalteamposten derzeit St. Hallvard in Norwegen trainiert. 

Hedin ist sich über seine Ziele für Ägypten 2021 im Klaren: „Wir wollen die ersten zwei Punkte für die USA bei einer IHF-Herren-Weltmeisterschaft gewinnen. Wir haben eine sehr starke Gruppe, ich hoffe, dass unsere Spieler nicht vor der Herausforderung zurückschrecken. Ich werde sie darauf vorbereiten, jedes Spiel zu gewinnen, so wie ich mich in meiner Karriere darauf vorbereitet habe, jedes Spiel zu gewinnen.


Frankreich

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Seit 1993 verpassten die Franzosen nur drei Mal das Podium und holten insgesamt sechs Mal Gold bei einer Weltmeisterschaft.

Mit einigen bekannten Ausfällen, wie Nikola Karabatic und einer Niederlage und ein Remis gegen Serbien in der EHF EM-Qualifikation unmittelbar vor der WM, reisen die Franzosen unter keinem gutem Stern nach Ägypten. Zu dem lieferte man im vergangenen Jänner bei der EHF Euro 2020 mit dem Ausscheiden in der Vorrunde, das schlechteste EM-Ergebnis aller Zeiten.

Trotz der zuletzt nicht zufriedenstellenden Ergebnisse trifft man mit Frankreich auf die Handball Weltelite. Ein Blick in den Kader verrät, dass nahezu jeder Spieler in der Champions League spielt und bereits mindestens eine Medaille bei einem Großereignis holte.

Nach der EM im vergangenen Jahr übernahm Guillaume Gille das Traineramt. Im Kader kann er auf Handballstars wie Dika Mem, Kentin Mahe, Luc Abalo, Lukas Karabatic, Ludovic Fabregas, oder Vincent Gerard zurückgreifen.

Im ersten Spiel trifft man auf Norwegen, damit kommt es bereits in der Vorrunde zur Neuaustragung des Halbfinales der Weltmeisterschaft 2019.

Dieses erste Spiel in der Gruppe wird sicherlich entscheidend für den Turnierverlauf und die Qualifikation für das Viertelfinale sein. Gegen Norwegen wird es wenige Überraschungen geben, aber es wird mit Sicherheit ein sehr hartes Spiel.„, sagte Gille.

Norwegen

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Mit Norwegen trifft man auf den amtierenden Vize-Weltmeister, ähnlich wie Frankreich läuft auch hier auf die Handball-Weltelite auf. Nach zwei Silbermedaillen bei der WM 2017 und 2019, will man auch heuer wieder zu den Topteams des Turniers zählen. Bereits seit 2014 coacht Christian Berge das norwegische Team und führte die Mannschaft bei Großereignissen zu einer Topplatzierung nach der anderen

Neben Frankreich nimmt man auch das Spiel gegen Österreich nicht auf die leichte Schulter: „Das ist eine sehr spannende Gruppe, mit Frankreich als auch Österreich haben wir zwei starke Gegner. Wir spielen erneut gegen Frankreich, die zu den Favoriten auf den Weltmeistertitel gehören und auf eine Revanche nach der letzten EHF EURO in Norwegen aus sind. Österreich ist auch eine schwer zu schlagende Mannschaft. Wir haben schon einige Male gegen sie gespielt und sie sind kein leichter Gegner, deshalb müssen wir von Beginn an unser Bestes geben und in jedem Spiel hart arbeiten Wir hoffen, dass wir das Halbfinale erreichen und eine weitere Medaille mit nach Hause bringen können, aber wir sind bereit, hart zu arbeiten und im Januar bestmöglich vorbereitet zu sein.„, so Kapitän Kristian Bjornsen.

Im Team hat man gleich 2 frischgebackene Champions League Sieger, Harald Reinkind und Sander Sagosen, im Gepäck, zu dem laufen Spieler Torhüter Torbjørn Bergerud oder Gøran Søgard Johannessen von der SG Flensburg Handewitt auf.

Statt den EM-Qualifikation bereitete sich Christian Berge in Flensburg auf die Weltmeisterschaft vor. Zu den Qualifikationsspielen gegen Weißrussland schickte man ein B-Team.

Handball Live im ORF

  • Donnerstag, 14. Jänner, 17.55 Uhr, ORF 1: Österreich – USA (Highlights um 22.15 Uhr in OSP)
  • Donnerstag, 14. Jänner, 19.30 Uhr, ORF Sport +: Österreich – USA (Analyse)
  • Donnerstag, 14. Jänner, 20.15 Uhr, ORF Sport +: Norwegen – Frankreich
  • Samstag, 16. Jänner, 18.05 Uhr, ORF 1: Österreich – Frankreich
  • Samstag, 16. Jänner, 19.30 Uhr, ORF Sport +: Österreich – Frankreich (Analyse)
  • Montag, 18. Jänner, 20.15 Uhr, ORF Sport +: Norwegen – Österreich

Zuseher-Debatte vor dem Start

Die Zuseher-Debatte sorgte bereits in den vergangenen Monaten für viel Aufsehen. In der vergangenen Woche entschieden sich die IHF und die Organisatoren trotz Kritik für eine Auslastung von 20%, nach einem Schreiben der Kapitäne der europäischen Teams, mit der Aufforderung diese Entscheidung auf Grund der aktuellen Covid-19 Situation zu überdenken, werden nun doch keine Zuseher zugelassen.